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Sep 18

FDP-Ortsverband diskutiert über hessische Bildungspolitik (PM 18.09.2010)

Der FDP-Ortsverband hatte auf seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause neben organisatorischen Planungen die Bildungspolitik in Hessen als zentrales Thema auf seiner Tagesordnung stehen.

Die Vorsitzende des FDP-Landesfachausschusses „Schule und Weiterbildung“ und
bildungspolitische Sprecherin der FDP-Kreistagsfraktion Sigrid-Inge Slabon berichtete den interessierten Mitgliedern über den aktuellen Stand zu Beginn des Schuljahres 2010/2011.”Die christlich-liberale Landesregierung räumt der Bildung eine sehr hohe Priorität ein. Seit dem Jahr 2000 wurden die Ausgaben für Bildung um rund 1,9 Mrd. Euro aufgestockt. Das entspricht einer Steigerung um 34%“ hob sie hervor. Sigrid-Inge Slabon berichtete weiter, dass zum Schuljahresbeginn 2010/2011 650 neue Lehrerstellen geschaffen wurden. Diese 650 Stellen kommen vor allem der Verkleinerung der Klassen der Jahrgangsstufen 2, 6 und 8 sowie den doppelten Abiturjahrgängen zu Gute. Aber auch das Ganztagsangebot wurde weiter ausgebaut, sodass es im neuen Schuljahr 62 neue Ganztagsangebote gäbe. An 88 Schulen wurden die bestehenden Angebote erweitert. Damit haben gut 41% aller öffentlichen Schulen der Grundstufe, der Sekundarstufe I und der Förderschulen ein Ganztagsangebot inklusive pädagogischer Mittagsbetreuung. Insgesamt waren zum neuen Schuljahr 2159 Stellen neu zu besetzen gewesen, von denen  eine Woche vor Schuljahresbeginn gerade noch 7 offen waren! Damit kommt Kultusministerin Dorothea Henzler zu diesem Schuljahresbeginn erstmals auf die hervorragende Besetzungsquote von 99,7%. Das Ziel der christlich-liberalen Landesregierung, eine volle Unterrichtsversorgung zum Schuljahresbeginn zu erreichen, ist damit bereits im zweiten Jahr der Regierungsverantwortung der FDP erfüllt worden .Dass Hessen im
Hinblick auf Unterrichtsversorgung und Besetzungsquote so gut dasteht, ist auf die flexiblen Einstellungsmöglichkeiten der Schulen zurückzuführen. Hier agieren viele Schulen bereits sehr selbstständig und nutzen in Eigeninitiative die vorhandenen Möglichkeiten. Das verdient große Anerkennung.

Auch die Zahl der Referendarstellen wurde in den letzten Jahren wegen der vielen anstehenden Ruhestandsversetzungen angehoben. Dennoch ist es in einigen Mangelfächern nach wie vor schwierig, für jede Stelle den passenden Kopf zu finden. Mangelfächer bleiben weiterhin Musik, Chemie und Physik im Hauptschul- und Realschullehramt; Physik und Latein im Gymnasiallehreramt sowie Metall- und Elektrotechnik, Religion und Fremdsprachen im Bereich der beruflichen Schulen.

Daher soll mit dem Projekt „Lehrerscouts“  Nachwuchs für den Lehrerberuf geworben werden. Dabei sollen junge Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst  Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Einblick in die Aufgaben und Tätigkeitsbereich Schule und Unterricht geben.

Neben der Erfüllung der quantitativen Erfordernisse werden in den nächsten Monaten viele qualitative Veränderungen auf der Tagesordnung stehen: Verbesserung der Lehrerbildung, selbständige Schule, Veränderung der Hauptschule hin zur Mittelstufenschule, Inklusion, die Einführung von Bildungsstandards und eine Änderung des Schulgesetzes.

In der anschließenden Diskussion wurden die geschilderten Fortschritte und die geplanten Veränderungen in der hessischen Bildungspolitik sehr begrüßt, aber auch eine wichtige Forderung sehr deutlich betont: Für die FDP-Mitglieder ist es wichtig, dass die Arbeit in den hessischen Schulen nicht durch ideologische Bildungsdebatten
gestört und durch steigende Verwaltungsaufgaben behindert wird. Lehrkräfte brauchen Ruhe und Zeit, um sich auf ihre vorrangige Aufgabe, den guten Unterricht, konzentrieren zu können. Ruhe in der Schule und die Vermeidung unnötiger Hektik ist die oberste Kultusministerpflicht. Kultusministerin Dorothea Henzler ist hier nach Meinung des FDP-Ortsverbandes auf einem guten Weg, der aber noch nicht zu Ende ist.